Solarspiegel auf dem Dach montiert
Druckhaltestation
Rohrleitungen mit Dehnungsbogen, durch die bis zu 180 °C heißes Wasser strömen

Die Dürr Systems GmbH in Bietigheim-Bissingen ist einer der weltweit führenden Anbieter für Lackieranlagen in der Automobilindustrie. Für die hauseigene Forschungs- und Entwickungsabteilung realisierten wir zusammen mit den Ingenieuren von Dürr, dem TÜV Süd und dem Unternehmen Industrial Solar eine Solarspiegelanlage, mit der Prozesswärme für einen Trockner bereitgestellt wird. Federführend bei Schetter waren Projektgruppenleiter Rüdiger Clemens und sein Team.

Das Solarspiegelsystem kann Prozesswärme mit einer Temperatur bis zu 400 °C erzeugen
Der Fresnel-Kollektor mit mehreren einachsig nachgeführten Primärspiegelreihen fokussiert an sonnenreichen Tagen die Solarstrahlung auf das Absorberrohr. Die dort gewonnene Prozesswärme mit einer Temperatur von 180 °C wird mithilfe eines Druckwasserkreislaufs bei 13,5 bar abgeführt. Der hohe Druck ist nötig, damit das Wasser in der flüssigen Phase bleibt und nicht verdampft. Die Leitungsstrecken zwischen dem Solarfeld und dem Trockner sind 80 m lang und dehnen sich bei diesen hohen Temperaturen um ca. 8 cm gegenüber dem kalten Zustand aus. Um diese Spannungen auszugleichen, ist die Leitungsführung „mitgleitend“. Teflonbeschichtete Schiebeschlitten und ein Dehnungsbogen sorgen für entsprechende Flexibilität. Vom Heißwasserkessel, der das System an weniger sonnigen Tagen unterstützt, gelangt das heiße Wasser in einen Wärmetauscher, der die Wärme an die Umluft der Trocknungsanlage abgibt.

„Je nach Aufstellungsort können auf diese Weise 30–50 % des für die Lacktrocknung benötigten Energiebedarfs mit Solarthermie bereitgestellt werden“, so Oliver Iglauer, Projektleiter von Dürr.